Das Deutschland bei der Impfquote auf dem 14. Platz hinter Israel, den USA; Großbritannien, Italien, Spanien und etlichen anderen Staaten liegt, hat nichts mit der Leistungsfähigkeit von Wirtschaft und Wissenschaft zu tun. Ich finde, dass sollte man klarstellen. Während die Politik sich selbst lobt, sich aber im internationalen Vergleich in der Pandemie bestenfalls als  mittelmäßig erweist, brillieren andere: Das Wissenschaftlerpaar Uğur Şahin und Özlem Türeci, die Biontech gründeten. Oder Andreas und Thomas Strüngmann, die das Unternehmen in den langen Jahren finanzierten, die es brauchte, um zu forschen bis endlich marktfähige Produkte da waren. Der erste Impfstoff  gegen Corona zum Beispiel, der auf der revolutionärem mRNA-Technologie beruht.

Auch das von Hans-Georg Rammensee und Günther Jung 2000 gegründete Unternehmen Curevac, das viele Jahre nur von SAP-Gründer Dietmar Hopp finanziert wurde, ist ein gutes Beispiel für Innovationsfähigkeit, auch wenn sein Impfstoff erst im zweiten Quartal des Jahres zur Verfügung stehen wird.

Deutschland hat innovative und forschungsstarke Unternehmen und es gibt Investoren, die ihnen die Zeit lassen, zu arbeiten und zu wachsen. Und diese Unternehmen, ihre Gründer, Forscher und Investoren retten uns in der Pandemie. Wie viele andere auch, bin ich diesen Menschen dankbar.

Aber ich finde auch, wir sollten daraus etwas lernen: Deutschland wurde durch Wissenschaft und Wirtschaft zu einem der reichsten Länder der Welt. Und nur Wissenschaft und Wirtschaft werden dafür sorgen, dass wir das auch bleiben.

Es ist falsch, auf ein paar Walbesetzer zu hören, die Polizeibeamte mit Fäkalien bewerfen oder hysterischen Schülern zu folgen, deren Existenz durch üppige Erbschaften gesichert sind und die sich ihrer politischen Karriere widmen.

Deutschland muss auf Techniker und Unternehmer setzen, wenn es um seine Energieversorgung geht. Und die muss preiswert und sicher sein – für die Bürger und die Betriebe.

Gentechnik brachte uns die Rettung in der Pandemie. Sie könnte uns auch bei der Ernährung von bald neun Milliarden Menschen helfen und, wer weiß, vielleicht auch einen Beitrag zur Energieversorgung leisten.

Wir haben in den vergangenen Monaten gesehen, wie groß der Rückstand bei der Digitalisierung ist. Als Vater habe ich erlebt, wie weit unsere Schulen zum Beispiel hinter den USA liegen. Anstatt die Nummer 1. bei Demonstrationen und Blockaden zu sein, sollte es unser Ziel sein, die Nummer 1. bei der Digitalisierung zu werden.

Die Corona-Lehre lautet für mich: Mehr Wissenschaft, mehr Technik, mehr Unternehmertum und Wagemut, weniger Angst vor Fortschritt – und weniger Bedenkenträger.