Bundeskanzlerin Angela Merkel Foto: Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons)

Bundeskanzlerin Angela Merkel ist im Moment so glaubwürdig, weil sie kompetent ist und nicht nur kompetent wirkt. Um die Seuche zu bekämpfen, muss man Virologe sein. Um die Ausbreitung der Seuche zu verstehen, muss man die Mathematik begreifen, mit der die Ausbreitung oder der Rückgang von Corona beschrieben wird. Angela Merkel  hat Physik studiert und einen Doktor in Naturwissenschaften. Niemand muss ihr erklären, was exponentielles Wachstum bedeutet. Den Inhalt der Statistiken erfasst sie. Mehr noch: Sie kann über sie mit den Wissenschaftlern, die sie beraten, diskutieren. Die Bürger merken, dass Merkel weiß, wovon sie redet. Und das schafft in der heutigen Situation ein extrem wertvolles Gut in der Kommunikation: Glaubwürdigkeit.

Gute Kommunikation bedeutet nicht, zu verbreiten, was alle gerne hören wollen. Gute Kommunikation bedeutet vor allem Glaubwürdigkeit zu beweisen. Das muss kurzfristig nicht immer angenehm sein, aber auf die Dauer ist es wichtiger, Glaubwürdigkeit zu erreichen. Was ein Politiker oder ein Unternehmen sagt muss, stimmen. Es muss überprüfbar sein. Und es geht nicht darum, eine schöne, schnelle Schlagzeile zu erreichen, sondern ein Vertrauensverhältnis gegenüber der Öffentlichkeit aufzubauen.

 Das war es, worum es mir heute im ZDF-Morgenmagazin ging, als ich über Angela Merkel und ihren Ansehen der Öffentlichkeit sprach.