EnergiewendePower-to-Gas

Energiewende und Power-to-Gas: Reallabore sind möglich!

(FNB-Geschäftsführerin Inga Posch)

Die Zustimmung der SPD steht noch aus, aber ein Blick in den Koalitionsvertrag enttäuscht Fachleute wie erwartungsfrohe interessierte Bürger gleichermaßen.
Auf gerade einmal vier Seiten beschäftigt sich die mögliche Große Koalition aus CDU/CSU und SPD mit dem Thema Energiewende. Damit ist der Koalitionsvertrag der letzten GroKo im Jahr 2013 halbiert.

Der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor soll von den jetzigen 38 % bis zum Jahr 2030 auf einen Anteil von 65 % steigen. Gleichzeitig soll der Energieverbrauch bis zum Jahr 2050 halbiert werden.

Ausdrücklich erwähnt der Vertrag die Bioenergie: Sie trage zum Erreichen Klimaziele im Energie- und Verkehrssektor bei. Den Bestand von Bioenergieanlagen will die neue Regierung im Zuge der Ausschreibungen weiterentwickeln. Die Reststoffverwertung soll verstärkt und der Einsatz von Blühpflanzen erhöht werden. Ebenso ist eine Weiterentwicklung der Treibhausgas-Minderungsquote (THG-Quote) zur Unterstützung von Biokraftstoffen im Verkehrssektor angekündigt – explizit auch von Biokraftstoffen auf Pflanzenbasis. Es gibt auch gute, aber nicht unbedingt erschöpfende Nachrichten für Power-To-Gas
So soll es – endlich – Reallabore geben, um die Markteinführung von Power-to-Gas zu fördern. Die Koalitionäre wollen die Kraft-Wärme-Kopplung CO2-ärmer ausgestalten und flexibilisieren. Aber nur mit auf die Forschungsförderung für Power-to-Gas ist es nicht getan, um endlich Power hinter Power-to-Gas zu bekommen. Den Profis fehlt ein Packende für den Markteintritt, um Power-to-Gas weiter anzuschieben. So sagte die FNB-Geschäftsführerin Inga Posch: „Derzeit sind Power-to-Gas-Anlagen kein wirklich spannendes Business-Modell für irgendjemanden.“

Langfristig sie Frau Posch die Kombination von Power-to-Gas mit der bereits bestehenden Gasnetzinfrastruktur als wichtigen Beitrag der Gasbranche zur Energiewende sein, der zugleich viel Geld spart. „Es ist eine volkswirtschaftliche Überlegung: Baue ich weitere 1.000 Kilometer Übertragungsnetz oder baue ich eine Power-to-Gas Anlage?“ Zugleich plädierte Posch erneut dafür, dass FNB und ÜNB den Netzausbau gemeinsam planen. In den Diskussionen um den richtigen Dekarbonisierungspfad werde außerdem häufig vergessen, dass die Gasbranche auch im Verkehrssektor Potenziale heben könne.
Kurz Power-to-Gas kann mehr, aber die Politik scheut vor echten Innovationen in der Speichertechnologie und Sektorenkopplung zurück. Noch ein langer Weg zu mehr Power in den Gasrohren.

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